Nothing is like Hero 6 …

… behauptet GoPro. Die neue Kamera ist draußen. Seit eben. Und der Hersteller verspricht viel: Ein eigener Prozessor, höhere Bildqualität, bis zu 240 Bilder pro Sekunde, wackelfreie Aufnahmen ohne das Gimbal, bessere Fotos bei schlechten Lichtverhältnissen.

Zieh Dir das Video rein.

Was uns ein wenig Sorgen macht ist die Ankündigung, die Hero 6 hat das gleiche Gehäuse, wie die Vorgängerversion.

In unseren Partnerbetrieben „gelangen zunehmend Hero 5 Black – Kameras von GoPro mit defekten Touch-Displays auf die Werkstische. Nutzer haben beim Einführen der SD-Karte durch den zu hohen Schlitz nicht exakt den Steckplatz getroffen und damit ein ungeschütztes Flexkabel zum Display durchtrennt.

Das Kabel kann nur zusammen mit dem Display getauscht werden. Dieses ist jedoch im Gehäuse verklebt statt verschraubt. Der Kleber löst sich erst bei über 200 Grad, das defekte Teil muss mühsam herausgebrochen und seine Rückstände umständlich entfernt werden. Die Techniker müssen zudem unglaublich aufpassen, denn bei den Temperaturen kann das Gehäuse schmelzen.

Für Reparaturbetriebe sind solche Geräte ein Desaster. Die Verklebung, die bei der Herstellung vermeintlich Kosten spart, und die unlösbare Verbindung zwischen Display und Kabel erschweren die Arbeit der Werkstätten und machen sie fast unbezahlbar. Die Kunden müssen knapp 200 Euro für Ersatzteile und Arbeitszeit blechen. Ein unhaltbarer Zustand. „ … wenn wir uns mal selbst zitieren dürfen.

Das sieht dann so aus:

Wir werden sehen, ob das bei der neuen Kamera auch so ist und Euch auf dem Laufenden halten.

Passt also auf, was Ihr mit dem Ding tut. GoPro hat es nicht so mit Reparierbarkeit und Ressourcenschonung.

iPhone 8 zerlegt

So, jetzt haben die Kollegen von iFixit zugeschlagen. Gestern haben wir noch von Vanessa Hand Orellana Fallexperimente für das US-Magazin c|net berichtet, heute – zwei Tage nach Verkaufsbeginn- gibt es die ersten ernsten Tests des iPhone 8.

Und die enttäuschen uns. Nicht was die Funktionalität angeht. Darin mag das iPhone 8, je nach Bedürfnissen der User, ein gutes Gerät sein. Aber die Reparierbarkeit lässt nach und das in Zeiten knapper und teurer werdender Rohstoffe. Wir sind mit iFixit immer noch darin einig, dass es ein Recht auf Reparierbarkeit geben sollte, schon aus rein ökonomischer Vernunft. Von Ökologie ganz zu schweigen. Apple hingegen lobbyiert gegen entsprechende Gesetze in den USA.

Augmented Reality über Nacht

Mit iOS 11 ebnet Apple einer vielversprechenden Technologie den Weg.

Prof. Dr. Claus-Peter H. Ernst von der Frankfurt University of Applied Sciences nimmt Stellung anlässlich des neuen mobilen Betriebssystems

„Augmented Reality wird unseren Alltag nachhaltig verändern. Durch die starke Integration in Apples neues mobiles Betriebssystem, iOS 11, schafft es die Technologie nun quasi über Nacht in die Lebenswirklichkeit von Millionen Menschen“, so Prof. Dr. Claus-Peter H. Ernst, Professor für Wirtschaftsinformatik an der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS). Am 12. September 2017 wird Apple seine neuen iPhones vorstellen und damit einhergehend das Veröffentlichungsdatum des neuen mobilen Betriebssystems iOS 11 bekannt geben. Dieses wird nicht nur mit den aktuellsten Hardwaregenerationen kompatibel sein, sondern sich auch problemlos auf vielen älteren iPhones und iPads installieren lassen.

„Eine Besonderheit von iOS 11 ist die Bereitstellung von Augmented Reality-Funktionen seitens des neuen Betriebssystems. App-Entwicklerinnen und Entwickler können damit auf besonders einfache Weise Augmented Reality in ihre Apps integrieren“, ergänzt Ernst. „Durch die große bestehende Apple-Nutzerbasis wird die Technologie so für Millionen Menschen verfügbar sein, ohne dass diese dafür neue Hardware kaufen müssen: Das einfache Softwareupdate auf iOS 11 ermöglicht den Zugang zu den neuen Augmented Reality-Apps.“

Augmented Reality bezeichnet die Erweiterung der Realitätswahrnehmung durch die Einblendung von digitalen Inhalten in den Sehbereich der Nutzer/-innen. „Stellen Sie sich vor, Sie besuchen Frankfurt und richten Ihr Handy auf den Messeturm. Auf Ihrem Display sehen Sie zusätzlich zu dem Turm beispielsweise eine schwebende Informationstafel mit Angaben zu Höhe, Baujahr und weiteren Daten“, erklärt Ernst. Bereits vorgestellte Demos zeigen auch entsprechende Anwendungsmöglichkeiten in der eigenen Wohnung. So lassen sich z. B. virtuelle Möbel, Poster oder andere Objekte im eigenen Zuhause platzieren. „Das ist nützlich, um vielleicht den ein oder anderen Fehlkauf bei der Innenausstattung zu vermeiden oder aber ganz auf den echten Fernseher zu verzichten, indem man ihn durch ein virtuelles Gerät ersetzt. Zudem macht der Umgang mit der Technologie auch Spaß: Apps wie Pokémon GO konnten dies bereits eindrucksvoll beweisen.“

Laut Ernst wird dabei ein Aspekt den Erfolg von Augmented Reality besonders bestimmen: „In einer kürzlich veröffentlichten Studie zeigte unsere Forschungsgruppe auf, dass gerade das Ersetzen von realen Gegenständen, wie Fernseher oder Poster, durch virtuelle Repräsentationen ein zentraler Faktor des wahrgenommenen Nutzens und Vergnügens von Augmented Reality darstellt. Da sowohl Nutzen als auch Vergnügen die treibenden Faktoren von Technologie-Akzeptanz sind, wird die ermöglichte Ersetzung einer Vielzahl von bestehenden Technologien und Alltagsgegenständen letztlich einen großen Teil des Erfolgs von Augmented Reality definieren.“ Daher glaubt Ernst auch an einen baldigen Eintritt von Apple in den Smartglasses-Markt: „Auf Dauer wird Augmented Reality mit dem Mobiltelefon oder dem Tablet für die breite Masse nur in bestimmten, klar umrissenen Situationen praktikabel sein. Schließlich verschwindet das virtuelle Poster, sobald ich mein iPhone weglege.“ Mit einer Datenbrille, wie sie andere Hersteller bereits gezeigt haben, sähe das jedoch anders aus. „Die Datenbrille könnte ständiger Begleiter werden und zu Hause oder unterwegs die Nutzerinnen und Nutzer als Informationsquelle unterstützen oder auch für Unterhaltung sorgen.“

Neues Werkzeug erlaubt komplexe Quantensimulationen -Für bessere Technik im Rechner

Bald schon wollen Physiker mit Hilfe von Quantensimulatoren Probleme lösen, an denen herkömmliche Computer scheitern. Dafür benötigen sie aber neue Werkzeuge, um sicherzustellen, dass die Simulatoren richtig arbeiten. Innsbrucker Forscher um Rainer Blatt und Christian Roos haben nun gemeinsam mit Forschern der Universitäten Ulm und Strathclyde ein neues Verfahren im Labor umgesetzt, mit dem auch komplexe Quantenzustände effizient charakterisiert werden können. Die Matrix-Produkt-Zustands-Tomographie könnte zu einem neuen Standardwerkzeug für Quantensimulatoren werden.

Viele Phänomene der Quantenwelt lassen sich im Labor nicht direkt untersuchen, und auch Supercomputer scheitern beim Versuch, sie zu simulieren. Wissenschaftler sind heute aber in der Lage, verschiedene Quantensysteme im Labor sehr präzise zu kontrollieren. Diese können genutzt werden, um andere Quantensysteme nachzuahmen – zu simulieren. Quantensimulatoren gelten deshalb als eine der ersten konkreten Anwendungen der zweiten Quantenrevolution.

Als schwierig erweist sich allerdings noch die vollständige Charakterisierung von großen und komplexen Quantenzuständen, die für reale Simulationen notwendig ist. Der aktuelle Goldstandard für Quantenzustandsanalysen im Labor – die Quantenzustands-Tomographie – eignet sich nur für kleine Quantensysteme, denn mit zunehmender Größe steigt deren Aufwand exponentiell an. Nun haben Forscherinnen und Forscher um Rainer Blatt vom Institut für Experimentalphysik der Universität Innsbruck und dem Institut für Quantenoptik und Quanteninformation der Österreichischen Akademie der Wissenschaften erstmals ein neues Verfahren im Labor etabliert, mit dem sich auch komplexe Quantenzustände effizient charakterisieren lassen.

Mit vereinten Kräften

In Ionenfallen werden Teilchen auf Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt abgekühlt und mit Hilfe von Lasern manipuliert. Die Innsbrucker Quantenphysiker sind in diesem Bereich weltweit führend und können heute in Ionenfallen 20 und mehr Teilchen miteinander verschränken. Um solche Quantensysteme vollständig charakterisieren zu können, benötigen sie neue Methoden. Hier kamen ihnen Theoretiker um Martin Plenio von der Universität Ulm, Deutschland, zu Hilfe. Sie haben 2010 ein neues Verfahren für die Charakterisierung von komplexen Quantenzuständen vorgeschlagen. Mit der sogenannten Matrix-Produkt-Zustands-Tomographie lässt sich der Zustand einer großen Gruppe von Quantensystemen präzise abschätzen, ohne dass der Aufwand mit zunehmender Größe dramatisch ansteigt. Gemeinsam mit den Teams um Martin Plenio und Andrew Daley von der University of Strathclyde in Schottland haben die Innsbrucker Experimentalphysiker um Christian Roos, Ben Lanyon und Christine Maier dieses Verfahren nun im Labor umgesetzt.

Effizienter messen

Als Testfall bauten die Physiker einen Quantensimulator mit bis zu 14 Quantenbits, der zunächst in einem einfachen Ausgangszustand ohne Quantenkorrelationen präpariert wurde. In der Folge verschränkten die Forscher mit Laserlicht jeweils benachbarte Teilchen und beobachteten die dynamische Ausbreitung der Verschränkung im System. „Mit der Methode können wir den Quantenzustand des Gesamtsystems bestimmen, indem wir nur einen kleinen Bruchteil der Systemeigenschaften messen“, sagt START-Preisträger Ben Lanyon. Die Charakterisierung des globalen Quantenzustands aus den Messdaten übernahmen die Theoretiker um Martin Plenio: „Das Verfahren basiert darauf, dass wir lokal verteilte Verschränkung theoretisch sehr gut beschreiben und nun im Labor auch messen können.“

Die Abbildung visualisiert eine Kette gespeicherter Ionen, die miteinander in Wechselwirkung treten.
Foto: IQOQI Innsbruck/Harald Ritsch

Als die Arbeitsgruppe von Rainer Blatt 2005 das erste realisierte, waren für die Charakterisierung des Quantenzustands über 6.000 Messungen in einen Zeitraum von zehn Stunden nötig. Mit der neuen Methode werden dafür nur noch 27 Messungen in rund 10 Minuten gebraucht. „Wir konnten zeigen, dass mit diesem Verfahren auch große und komplexe Quantenzustände effizient bestimmt werden können“, freut sich Christine Maier aus dem Innsbrucker Team. Nun wollen die Wissenschaftler die Algorithmen so weiterentwickeln, dass sie auch von anderen Forschungsgruppen flexibel eingesetzt werden kann.

Neuer Goldstandard

Das neue Verfahren erlaubt die Charakterisierung von großen Quantenvielteilchensystemen im Labor und schafft damit auch eine Vergleichsmöglichkeit für Quantensimulationen. „Wir können mit den Messungen Quantensimulatoren kalibrieren, indem wir sie mit analytischen Berechnungen vergleichen“, erklärt Christian Roos. „Dann wissen wir, ob der Simulator das macht, was wir wollen.“ Die neue Methode bietet den Physikern ein Werkzeug für viele Anwendungen und könnte ein neuer Standard für Quantensimulationen werden.

Finanziell unterstützt wurde die Arbeit unter anderem vom österreichischen Wissenschaftsfonds FWF und der Europäischen Union.